Gemeinhin gelten Buddhisten als Menschen, die viel und gerne meditieren — und die Ergebnisse, die wissenschaftliche Untersuchungen über Meditation zu Tage fördern, unterstreichen diese Bedeutung noch. Allerdings stimmt die Darstellung nicht ganz, wenn wir näher hinsehen: Der bekannte buddhistische Lehrer Noah Levine sagte kürzlich in einem Vortrag, daß nur etwa 30 Prozent aller amerikanischen Buddhisten überhaupt meditieren. Der Rest lebt nach den meiner Meinung nach sehr nützlichen Vier Edlen Wahrheiten und kommt ohne Meditation aus.

Wie jetzt?

Ist Meditation nun wichtig oder nicht?

Die Antwort liegt, wie so oft, in uns selbst verborgen: Manche von uns können regelmäßig (und vielleicht auch lange) meditieren, andere können es nicht. Manche von uns ziehen Nutzen daraus (weil sie regelmäßig meditieren können), und andere eben nicht. Grundsätzlich zeigen die Untersuchungen, daß die körperlichen und psychischen Nutzen eintreten, wenn wir regelmäßig dieser Praxis nachgehen. Wir werden demnächst ausführlich mit einem eigenen Artikel auf die zahlreichen klinisch belegten Vorzüge zu sprechen kommen.

Aber: Es geht auch ohne. Viele respektierte Lehrer (Gurus im positivsten Sinne des Wortes) betonen, daß es neben der Meditation auch noch zahlreiche andere Wege gibt, die uns auf den sprichwörtlichen Berggipfel führen. Ein in buddhistischen Kreisen bekanntes Ereignis macht dies deutlich: Der weltberühmte Spiritualitäts-Lehrer Alan Watts, ein ursprünglich protestantischer Geistlicher, hatte im Laufe seines Lebens vom Zen ausgehend immer näher dem chinesischen Daoismus angenähert. Dies machten ihm einige bekannte Zen-Buddhisten zum Vorwurf. Genauer: Sie kritisierten, daß er keine regelmäßige Meditation mehr machte (der Grundpfeiler im Zen). Watts antwortete mit dem ihm eigenen Humor:

Eine Katze sitzt, bis ihr das Sitzen langweilig wird. Dann steht sie auf und geht weg.

Vielleicht ist es ratsam, auch mal auf die Katze in uns zu hören. Das im Spirituellen zu tun, was sich intuitiv richtig anfühlt. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich daraus genau der Rhythmus, der zu uns paßt.

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