Erkenntnis wird in vielen Religionen und Philosophien „Gnosis“ (das griechische Wort) genannt. Sie wird verschiedentlich definiert als „intuitives Verständnis spiritueller Wahrheiten“, „tiefere Weisheit“ und „höchstes mystisches Wissen“ (.)

Gnosis ist der Schlüssel zum Spiel mit der Realität. Man könnte sie auch ganz einfach „Trance“ nennen, aber das führt in die Irre, weil in unserem Sprachgebrauch „Trance“ immer verbunden ist mit stark entrückten Bewußtseinszuständen (die in ihrer Ausprägung klischeehaft eher an Katatonie erinnern als an echte Trance). Dabei kann es auch schon Gnosis sein, ganz vertieft oder gelangweilt auf einem Blatt Papier zu kritzeln.

Gnosis erreichen wir dann, wenn wir uns in einem intensiven Bewußtseinszustand befinden. Dieser Zustand wird in verschiedenen spirituellen Traditionen No-Mind, One-Pointedness oder Satori genannt. Um diesen Zustand zu erreichen, versuchen wir, unser waches Bewußtsein von allen Sinneseindrücken und Vorstellungen zu befreien, die nichts mit dem Objekt unserer Konzentration zu tun haben.

Beispiele: konzentriertes Schauen auf eine Kerzenflamme. Konzentration auf ein Mantra oder einen Ton. Visualisierung einer Szene oder eines Gegenstands. Wir können auf verschiedene Methoden der Gnosis zurückgreifen, vom rasenden Tanzen bis hin zur versunkenen Betrachtung einer Idee. Welche Methode auch immer gewählt wird, wir tun das so lange, bis wir in Ekstase versetzt werden.

Genau genommen sprechen wir von zwei verschiedenen Wegen, Gnosis zu erreichen: hemmende und erregende. Hemmende Methoden sind alle die, die Sinneseindrücke eindämmen und beruhigen (sitzende Meditation ist hier das klassische Beispiel, oder das oben erwähnte Starren in eine Kerzenflamme). Erregende Methoden sind alle die, die uns mit Sinneseindrücken überladen (der oben erwähnte rasende Tanz beispielsweise, oder schnelles, oberflächliches Atmen bis leichter Schwindel eintritt).

Das Erreichen der Gnosis kann für religiös orientierte Menschen zu „mystischen Erfahrungen“ führen — Besuch von Göttern, Dämonen oder der Offenbarung göttlicher Wahrheiten. Für uns, die wir die dehnbaren Grenzen unserer Realität austesten möchten, ist der Inhalt derartiger Erfahrungen weniger interessant als das, was wir damit machen können — in jenen Momenten der Gnosis können wir Heilzeichen abschicken (mehr dazu in einem meiner späteren Artikel), Wahrscheinlichkeiten zumindest geringfügig erhöhen, Intuitionen über das beste Vorgehen bekommen, und so vieles mehr. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß in der Vergangenheit viele Techniken der Gnosis durch den Gebrauch von Drogen verstärkt wurden — von Hexenflugsalben bis zu den LSD. Ich möchte hier deutlich klarstellen, daß ich diese Praktiken nicht unterstütze.

Jedes spirituelle System und jede Tradition ist unvollständig, wenn nur mit Theorie hantiert wird. Lernen allein ist von geringem Wert. Erst praktische Anwendung schafft Erfahrung. Es gibt dicke Bücher über Götter, Dämonen oder Geister, aber sie sind kein Ersatz für eine Begegnung beispielsweise mit einer Gottheit. Ich finde es sehr spannend, daß auch große historische Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft diese Techniken angewendet haben und auch heute noch anwenden. Andrew Carnegie beispielsweise, ein berühmter amerikanischer Stahlbaron, befragte vor wichtigen Geschäftsentscheidungen immer seine „Beraterrunde“: Geistwesen, die er in Trance traf und sich mit ihnen besprach.

Mein Vorschlag: Beginne heute mit einer spirituellen Übung. Meditation bietet sich dafür an. Übe möglichst jeden Tag, und wenn du mal nicht kannst, bleib gelassen. Steter Tropfen höhlt den Stein, heißt es immer, und es stimmt.

Dein Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.