Der folgende Text ist eine Übersetzung eines alten Klassikers des Westlichen Zen (Zauberei). Er tauchte zuerst in den 1980ern auf und gilt immer noch als einer der Eckpfeiler freien Denkens. Im Text erfahren wir einige äußerst brauchbare Techniken, um die starren Grenzen unseres Denken auszuweiten. Mein alter Adept sagte immer zu mir: „Kumpel, es gibt nichts, was du nicht tun könntest, wenn du dich darauf konzentrierst.“

Also gingen wir los, in vollem Golden Dawn-Gewand, um die Flut an der Küste von Bournemouth aufzuhalten. Danach ließ er mich Sigillen herstelleb, um Harold Macmillans Haar zu Berge stehen zu lassen. Er gab sein Leben der Magie hin, erzählte er, nachdem er [Aleister; Anmerkung des Übersetzers] Crowley in einem türkischen Bad getroffen hatte, aber er besaß einen grenzenlosen Enthusiasmus, der ansteckend war. Man fühlte, also ob man alles tun könnte, egal wie albern oder unsinnig es war. Er pflegte zu sagen: „Wenn das Himmelreich in dir ist, warum gibst du mehr als 10 Pfund für okkulte Bücher aus?“ Hier sind einige der Dinge, die er mich tun ließ:

Alles, was wir wissen, läuft am Ende auf Vermutungen hinaus, also kehre alle Aussagen um oder baue das Wort „nicht“ in Behauptungen ein, springe, ohne vorher zu schauen, wohin. Wache eines Tages auf und versuche, deine alltägliche Realität zu verbannen — alles wird neu, ungewohnt und völlig verblüffend. Dinge werden intensiv und beängstigend.

Habe unrecht. Wir verbringen viel Zeit damit, nach „richtigen“ Antworten zu streben, nach richtigen Überzeugungen, danach, alles richtig zu machen. Richtig machen = Vertrauen = Erfolg. Langweilig! Habe unrecht!

Götter und Gurus. Von einem Gott oder einem Geistwesen besessen zu sein, erlaubt es dir, Dinge zu tun, die du normalerweise nicht tun könntest. Ein Guru liefert den Beweis, daß du auf einem Hochseil balancieren kannst, ohne runterzuzufallen, daß du im tiefen Teil des Schwimmbeckens spielen kannst, ohne zu ertrinken. Wahnsinn scheint ein Berufsrisiko für Zauberer zu sein. Also besser jetzt wahnsinnig werden, um später Zeit zu sparen. Harpo Marx war der größte Schamane Hollywoods. Könntest du etwa einen Gummihandschuh aufblasen und ihn dann melken?

Vernunft ist „da draußen“ und weniger in deinem Kopf, da sich die meisten Menschen für verrückter halten als jeder andere. Wenn wir zu viele verrückte Gedanken äußern, werden wir eingesperrt. Ich erinnere mich an eine Frau in der örtlichen Anstalt, die dachte, sie wäre ein Vogel in einem Käfig — sie hatte gelernt, darüber Stillschweigen zu bewahren, weil ihr das sonst nur zusätzliche Zwangsmedikamentierung und Elektroschocktherapie einbrachte. Sicher sein bedeutet gesund zu sein — seine eigenen verrückten Gedanken nicht auszusprechen. Zauberei kann bedeuten, deine eigenen verrückten Gedanken als Banden auf die Straße zu lassen.

Zauberei ist eine Sache der Straße. Magier müssen gesehen und gehört werden. Crowleys Trickster-Persona hat dies deutlich gezeigt; er folgte im Zick-Zack Cagliostro, Simon Magus und unzähligen Schamanen und Hexen.

Ein guter Magier spielt für sein Publikum, sei es ein Stammesschamane, der Ifa praktiziert, oder ein Zauberer an der Straßenecke, der Talismane gegen Polizeiwillkür aus Blechdosen fertigt. Lerne zu jonglieren, zu tanzen, Schläge einzustecken und auszuteilen; das sind die wirklichen Siddhis. Wenn du wirklich zu einem kleinen Größenwahnsinnigen emporkommen willst, könntest du genauso einige Lacher einholen, während du auf dem Weg bist. Gib mir bitte den Zylinder.

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