Vor einigen Tagen schrieb ich über die zwei Methoden, die mir in den dunkelsten Tagen meines Lebens wirklich geholfen haben: Dudeismus (= Daoismus 2.0) und  Magie.

Heute will ich noch einen Schritt weiter gehen und eine Ankündigung machen: Den Rest des August und der gesamte September erkläre ich zum Dudeismus-Monat. Ja, das ist mehr als ein Monat. Aber mach dich mal locker. Genau darum geht’s ja.

Natürlich könnte ich, wenn ich denn wollte, alles richtig schön kompliziert machen. Also beispielsweise sagen, daß alles, was wir wahrnehmen, nur in uns entsteht und dementsprechend Denkanstoß für eine andere, sprich: nichtduale, Weltsicht sein sollte.

Derr gute Nisargadatta Maharaj soll ja mal folgendes gesagt haben: „Alles existiert einzig und allein im Bewusstsein“. Woraufhin ein Besucher fragte: „In meinem oder in Ihrem Bewusstsein?“. Nisargadatta antwortete mit „Das ist irrelevant, denn die Unterscheidung zwischen meinem und deinem Bewusstsein erscheint auch nur im Bewusstsein“

Hach! Klingt das nicht wunderbar erleuchtet? Und doch, wenn wir die Sache mal näher betrachten, ist es alles nur eine Anhäufung von Wörtern. „Alles existiert einzig und allein im Bewußtsein“ ist so schwammig, daß es alles und nichts bedeuten kann. Es ist ein Konzept, eine Theorie, für die es eine einzige Methode zur Verifizierung oder Falsifizierung gibt: die eigene Erfahrung. Und die kann eben bei jedem von uns völlig anders aussehen. Meine Erfahrungen mit Animismus beispielsweise deuten auf das komplette Gegenteil hin. Was stimmt jetzt? Für MICH stimmt, was ich erfahre. Für Nisargadatta stimmte offensichtlich, was er erfahren hatte, und das war mit Sicherheit kein animistisches Erlebnis.

„Du mußt nur das Loslassen üben“, entgegnen dann die Nonduality-Experten einstimmig. Und doch fallen sie alle, ALLE, ohne Ausnahme wieder in dualistische Weltsichten zurück, wenn sie nicht aufpassen. Also ist konstante, fortwährende Arbeit an der eigenen Wahrnehmung gefordert.

Boah. Ist das anstrengend.

Mir erscheint es klüger, mit dem zu arbeiten, was uns mitgegeben wurde — und da gehört für mich persönlich auch dazu, zwischen “dir” und “mir” zu unterscheiden. Diese Trennung, so behaupten viele Nondualisten, ist es, was uns Menschen unglücklich macht. Das allerdings ist überhaupt nicht meine persönliche Erfahrung. Es gibt genügend Menschen, die Zeit ihres Lebens zwischen „ich“ und „du“ unterschieden haben, die aber sehr zufrieden/glücklich sind.

Bhagwan sagte mal: “Wer glücklich ist, braucht keine Meditation”. Mit Meditation meinte er alle Methoden, irgendetwas in einem selbst irgendwie zu verändern. Was ist uns lieber? Irgendeine „Wahrheit“ („alles ist eins“, „es gibt Gott, und es gibt den Rest“, usw) zu wissen, oder glücklich zu sein? Natürlich kann ich glücklich sein, weil ich eine “Wahrheit” erkannt habe. Ich kann aber auch glücklich sein, ohne eine “Wahrheit” zu kennen.

Deshalb: Der Dude weiß bescheid. Ich kann mir wegen diesem Mist einfach keine Sorgen machen. Zurücklehnen und zusehen, und du weißt, wann du wie handeln mußt. Beziehungsweise: Du weißt es nicht, du machst es einfach intuitiv.

Dein Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.