Medizin für das schwächliche Kind

 

 

 

 

 

 

Karma:
Zügel für das kindliche Ego, das “Böses” tun möchte.

Reinkarnation:
Sicherheitsnetz für das kindliche Ego, das das Ende der falschen Identität befürchtet.

Personifizierte Götter:
Ob nun Gott, Unendliche Energie oder irgendein anderer Name, der dem Unbeschreiblichen gegeben wird und den man anschließend um Hilfe bittet, dient als Elternersatz oder Wächter über das schwächliche Ego.

Guru:
die Person, die einen von der Dunkelheit ins Licht führen soll, also auch Priester, Rabbis oder andere spirituelle Führer, ist nichts anderes als das Ego, das zugibt, klein zu sein, aber später mal groß werden will.

Mantra:
Alles von “Om” über “Om mani padme hum”, “Herr Jesus Christus, sei mir gnädig” oder positives Denken ist der Versuch des Egos, sich an etwas Falsch-Positivem festzuklammern.

Satsang:
Das Beisammensein mit weisen Menschen ist nur das schwache Ego, das nach jemandem Ausschau hält, den es für besser hält, und der ihm sachte den Kopf tätscheln soll, mit den Worten: “Alles gut, du bist in Ordnung”.

Meditation:
Das Ego, das in einen Zustand eintritt, den es ständig aufrecht erhalten mag, egal bei welchen Tätigkeiten. Das Ego weigert sich, Veränderung und den Fluß der Dinge anzunehmen, weil es so zerbrechlich ist. Und sucht deswegen nach einem Ort, an dem keine Bewegung stattfindet.

Religion:
Das kindliche Ego, das sich wünscht, sich mit dem wiederzuvereinen, von dem es nie getrennt war.

Yoga:
Das kindliche Ego, das sich wünscht, das unter ein Joch zu zwingen oder sich mit dem zu vereinen, von dem es nie getrennt war.

 (Danke an meinen Kollegen Son Beam)

Spiritualität: Was wirklich was taugt

Wißt ihr, ich bin seit etwas mehr als 30 Jahren in der spirituellen „Szene“ involviert; sowohl als Schüler als auch als Lehrer. Ich war in vielen verschiedenen Schulen aktiv, Nordisches/Germanisches Heidentum, philosophischer Daoismus, Zen, Westlicher Zen und Magick (das echte Ding mit einem ‚ck‘), Hinduismus, Volkschristentum, Dudeismus, Buddhismus (Dharma Punx FTW!) und Stoizismus.

Wenn die Sonne scheint, funktioniert jedes System perfekt. Keine Probleme, kein Nageltest, sozusagen. Alles sieht gut aus, wenn es nicht regnet.

Aber in den dunkelsten, dunkelsten Zeiten meines Lebens, in Leben-oder-Tod-Situationen, was mir da geholfen hat, waren genau zwei Dinge: Magie und Dudeismus / Daoismus.

Magie – weil sie mir hilft, Wahrscheinlichkeiten zu verschieben, die Chancen zu vergrößern, die Waage zu meinen Gunsten anzustoßen. Und Magie, weil sie mir hilft, ganz nahe an Götter und andere körperlose Wesen zu kommen. Was sehr hilfreich ist, um es gelinde auszudrücken.

Dudeismus – weil er mir Bodenhaftung gibt, mich sagen läßt: „Weißt du was, Schicksal / Gott / Götter? Fickt euch, euch alle. Ich bleibe hier, und ich werde tun, was mir hilft, daß es wieder besser wird. „Ich kann mir über diesen Scheiß keine Sorgen machen. Das Leben geht weiter, Mann.“

Warum schreibe ich das?

Weil unsere Zwillingsmädchen (2 Jahre) heute seit 7 Stunden schreien, weinen, beißen und kratzen. Seit. Sieben. Verfickten. Stunden. Das passiert sehr oft. Und nichts, keine Strategie, kein psychologischer Trick, kein verdammtes Nichts, hilft. Außer Magie, um mich zu erden und zu sehen, dass es sinnlos und herzlos ist, zu überreagieren, und Dudeismus, weil ich akzeptieren muss, daß das Trotzalter tatsächlich eine schreckliche Phase im Leben unserer Kinder ist.

Danke fürs Zuhören.

Echte Liebe

Leider kenne ich den Namen des Künstlers nicht.

Meine religiöse Basis ist „der Hinduismus“. Basis deswegen, weil ich voll und ganz daran glaube und diesen Glauben auch praktiziere. Und in Anführungszeichen deswegen, weil es „den Hinduismus“ ja nicht gibt, er ist nur ein westlicher Sammelbegriff für tausende von Religionen, die in Indien praktiziert werden. Fast allen ist ihnen gemein, daß sie an die Existenz der Seele glauben. Die ist schwer zu definieren, vielleicht könnte man sie als „Lebensfunke“ bezeichnen. Die Seele schlüpft bei der Geburt eines Wesens in den Körper eben dieses Wesens und „beseelt“ ihn.

Jede Seele ist in Wirklichkeit ein Teil des Göttlichen, ein Teil Gottes. Wenn sich zwei Lebewesen ineinander verlieben, dann erkennen sich die Seelen der beiden wieder — denn in Wirklichkeit, jenseits der Körper, die wir gerade tragen, kennen wir die Menschen, mit denen wir in Liebe verbunden sind, schon seit unzähligen Jahrmillionen. Seit Millionen von Wiedergeburten kennen wir uns. Diese Liebe zieht sich durch unsere Wiedergeburten, bleibt bestehen. Und irgendwann, irgendwann, treffen wir dann wieder auf die Seele(n), die wir seit Anbeginn aller Zeiten lieben. Das obige Bild wirkt beispielsweise auf Mexikaner überhaupt nicht beunruhigend. Ihre Kultur behält den Tod, das Sterben, im täglichen Andenken. Wir Deutschen haben da so unsere Probleme damit. Wir möchten unser Leben möglichst so verbringen, daß wir mit Tod nichts zu tun haben. Um Gottes Willen! Nur weg damit. Dabei hat die Akzeptanz des Todes (der nichts anderes ist als das Gegenteil des Lebens, also völlig natürlich) die erstaunliche Eigenschaft, uns gefestigter und ruhiger zu machen. Nicht umsonst meditieren und kontemplieren auch christliche Mönche, ihren hinduistischen und buddhistischen Kollegen gleich, über unsere Vergänglichkeit.

Mir gefällt das Bild so gut, weil es zeigt, daß Liebe zeitlos ist. Selbst, nachdem wir gestorben sind (die Skelette als Symbol dafür), lieben und lachen und feiern wir weiter. Nur halt woanders, in einem anderen Körper.

Warum „Bestellungen beim Universum“ und „The Secret“ natürlich keine Magie besitzen

Klaus ist jemand, mit dem ich in regelmäßigem Emailkontakt stehe. Unser Gedankenaustausch ist interessant und inspirierend auf beiden Seiten. Vor kurzem stellte er mir die Frage: “Wo liegt der Unterschied zwischen der Magie und den Methoden von z.B. geschäftstüchtigen Bärbel Mohr, Pierre Franckh oder Rhonda Byrne?” 

Und ja, ich kann mir vorstellen, daß bei oberflächlicher Betrachtung die massenmarkttauglichen Bücher von von Mohr/Franckh/Byrne (im Folgenden “MFB” genannt) Ähnlichkeiten zu dem aufweisen, was landläufig “Magie” genannt wird. In Wirklichkeit aber ist der Unterschied zwischen den beiden Lagern riesig.

1) Die Methoden von Mohr und co. vernachlässigen komplett die weltliche Ebene und konzentrieren sich auf Wünschen und Visualisieren. Zumindest Franckh und Byrne raten ja sogar, nach dem “richtigen Wünschen” nichts zu tun, weil die Sache ja schon unterwegs sei. Das steht in krassem Widerspruch zur echten und von Ethnologen untersuchten Zauberei überall auf der Welt, bei der IMMER weltliche Aktionen UND magische Aktionen Hand in Hand gehen. Außerdem gibt es Studien namhafter und glaubwürdiger Wissenschaftler, die belegen, daß bloßes Visualisieren/Wünschen a la MFB die Erfolgsrate drastisch *senkt* (weil aktive, praktische Schritte in Richtung Ziel unterlassen werden) bzw. die Praktizierenden trotz geringer Erfolgschance an Erfolg glauben läßt (und dementsprechend eventueller massiver Enttäuschung Tür und Tor öffnet) .

2) Bestellungen beim Universum, richtiges Wünschen und „The Secret“ vernachlässigen die spirituelle Ebene des Menschen komplett. In der Magie gibt es das sogenannte “Große Werk” (die Alchemie umschrieb es damals mit der Metapher, Blei in Gold zu verwandeln — gemeint war damit, daß der Mensch in ein höheres, moralisch besseres Wesen transformiert werden sollte). Sowas kommt bei M/F/B nicht vor.

Der heilige Petrus. Wer genauer hinsieht, bemerkt die Schlüssel, die an die Statue gebunden wurden. St. Petrus gilt beispielsweise im Hoodoo als Öffner der Türen und Portale — sprich: Ihm kommt eine ähnliche Aufgabe zu wie Ganesha, dem Sohn Shivas. Den meisten Katholiken stehen die Haare zu Berge, wenn sie mit der Heiligen-Interpretation anderer spiritueller Schulen konfrontiert werden.

3) Die Arbeit mit Geistwesen gehört zur Magie, wie sie wirklich überall auf der Welt praktiziert wird, wie die Blätter zum Baum. Schamanismus ist schätzungsweise 40.000 Jahre alt — und arbeitet fast ausschließlich mit Wesen aus der Anderwelt. Der Erfolg gibt ihm recht. So was fehlt bei M/F/B komplett.

4) Magie ist ein umfassendes System, das Meditation, Energiearbeit, Arbeit an sich selbst, den Glauben und den Kontakt an ein Höheres Wesen (oder Prinzip) und mehr umfaßt. All diese Dinge sind seit tausenden von Jahren als äußerst positiv bekannt — und kommen bei den oben genannten Esoterikern nicht vor. Magie ist viel, viel mehr als nur das, was “praktische Magie” (Methoden, um Veränderungen in der Realwelt zu erreichen) genannt wird. Es ist ein System, das hohe spirituelle Arbeit und bodenständige Chancensteigerung vereint. Mehr zu empfohlenen spirituellen Praktiken in einem meiner nächsten Artikel.

5) Nicht umsonst gibt es in jeder Religion zaubertätige “Meister”, sei es im tantrischen Buddhismus (Künzang Dorje), im Christentum (Rasputin) oder in anderen. Ich würde sogar argumentieren, daß die Beschreibungen von Jesu’ “Wunderheilungen” astreine magische Praktiken beschreiben. Ich bin überzeugt: Jesus war Zauberer. Dieser Meinung sind beispielsweise auch Hoodoo-Praktizierende. Einer der vielen Beweise für Rituale aus der ägyptisch-magischen Tradition, mit der Jesus höchstwahrscheinlich gut vertraut war, findet sich in Johannes 9, 6-7:

„Er spuckte auf die Erde, rührte mit dem Speichel einen Brei an und strich ihn auf die Augen des Blinden. Dann forderte er ihn auf: ‘Geh jetzt zum Teich Siloah, und wasch dich dort.’ Der Blinde ging hin, wusch sich, und als er zurückkam, konnte er sehen.” 

Warum sollte Jesus als Sohn Gottes nicht einfach einem Blinden die Hand auflegen oder ein Wort sprechen, um ihn komplett zu heilen? Warum das Vermischen von Erde und Speichel? Ganz einfach: weil genau das ein zu seiner Zeit bekanntes Heilritual (= Magie) aus Ägypten war. Was ich also damit sagen will: Magie ist ein natürlicher Bestandteil jeder Religion und somit fast automatisch größer, bedeutender und edler als jeder Esoterikbestseller. Katholiken, denkt beispielsweise mal drüber nach, was es wirklich bedeutet, wenn der Pfarrer im Gottesdienst Brot und Wein zu „Fleisch und Blut“ Jesu verwandelt! Das ist Magie, schlicht und einfach. Der Trennstrich zwischen Magie und Religion ist streng genommen eigentlich gar nicht zu ziehen, weil es ihn nicht gibt.

 Dieser Macumba-Altar vereint katholische Heilige mit afrikanischen Göttern und Heiligen. Es ist diese respektvolle Freimütigkeit im Umgang mit dem Heiligen, die Magie auszeichnet. Verständlich, denn sowohl das amerikanische Hoodo als auch das afrikanische Voodoo und das brasilianische Macumba entstanden, als afrikanische Sklaven von katholischen Machthabern gezwungen wurden, ihre Religion aufzugeben. Sie praktizierten sie weiterhin, allerdings im katholischen Gewand, und so entstanden faszinierende und enorm wirksame spirituell-magische Systeme. 

Deshalb: Habt keine Scheu, mit Heiligen zu sprechen oder sie um Hilfe zu bitten. Ich weiß, für uns Menschen in Bayern ist das einfach 🙂 Versucht es, und gebt euch Zeit. Habt Geduld, und ihr werdet Erfolg haben.

Erschaffe die Wirkung, und die Ursache wird folgen.

Der gute Osho/Bhagwan hat umschrieben mal das gesagt: Religiöse Gesetze stellen Naturgesetze auf den Kopf. Und trotzdem funktionieren sie. Aber halt nach anderen Regeln.

Ein Beispiel, und danach machen wir mit einer konkreten Anwendung weiter:

Naturwissenschaft sagt: Zuerst kommt die Ursache, dann die Wirkung. Also: Zuerst wird der Same in die Erde gesteckt, dann wächst die Pflanze draus. Freunde besuchen dich, und du bist glücklich. Diese Reihenfolge gehört zu den grundlegendsten Gesetzen in der Naturwissenschaft. Ohne Ursache keine Wirkung. Kennen wir alle aus der Schule.

Und wechseln wir die Welten und schauen auf die Religionen. Es ist übrigens egal, welche wir uns da aussuchen. Hier steht die Naturwissenschaft plötzlich auf dem Kopf, denn das Gesetz lautet jetzt:

„Erschaffe die Wirkung, und die Ursache wird folgen.

Also genau andersrum. Religion sagt: Sei glücklich, und die Ursache wird kommen. Sei entspannt, und die Ursache wird kommen. Sei zuversichtlich, und der Grund dafür wird kommen. Fühle dich zuerst so, wie du es dir wünscht, und der Grund folgt später.

Hier kommt eine alte Yoga-Weisheit ins Spiel: Wir haben es in der Hand, wie wir uns fühlen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde: Wir haben es in der Hand. Es ist viel einfacher, uns in einen zufriedenen und glücklichen Zustand zu versetzen und dann irgendwann den Grund dafür zu erfahren (der wird nämlich kommen), als zuerst auf einen Grund zu warten, damit wir zufrieden und glücklich sind.

Warum? Weil wir es in der Hand haben, diesen Zustand zu erschaffen. Die Erschaffung der Ursachen dagegen könnte oft völlig außerhalb unseres Zugriffs liegen. Gefühlszustände liegen in uns, die Ursachen aber nicht. Also verlassen wir uns lieber auf das, was wir kontrollieren können. Eine kleine Übung: Seien Sie glücklich. Ohne Grund. Einfach so. Das braucht etwas Übung, aber das spielt ja keine Rolle. Also: Seien Sie glücklich. Und dann schauen Sie einfach mal, was sonst noch so passiert in Ihrem Leben. Wie schon erwähnt: Seien Sie geduldig, es kann etwas dauern, bis sich die Wirkung voll einstellt.

Wichtig: Dies ist kein leeres pop-esoterisches Versprechen. Es funktioniert. Das kann ich aus vielfacher eigener Erfahrung sagen, und aus den Gesprächen mit vielen, vielen Menschen, denen es genauso geht. Lassen Sie sich auf diese Erfahrung ein, und Sie werden belohnt werden.

Mantras tun gut und Gutes.

Mantras sind eine uralte spirituelle Methode aus dem Hinduismus. Das Wort kommt aus dem Sanskrit und besteht aus zwei Teilen: „man“ (übersetzt: „denken“ oder auch „Geist“) und „tra“ (übersetzt: „Werkzeug“). Die wörtliche Übersetzung von Mantra lautet also „Werkzeug des Geistes“. Manche Sprachenkundler übersetzen es auch mit „Schutzschild des Geistes“. Beides trifft die Wirkung eines Mantras sehr gut.

Mantras gibt es in den vielfältigsten Formen, manche sind sehr kurz (beispielsweise das universelle und weltweit bekannte „OM“), und manche sind ganze Sätze lang. „OM NAMAH SHIVAYA“ ist beispielsweise ein anderes kurzes Mantra, das der lebenslustigen Inkarnation Gottes, die „Shiva“ genannt wird, Ehrerbietung darbringt.

Es gibt auch Mantras aus anderen Kulturkreisen. Eines der bekanntesten ist wahrscheinlich das Herz-Jesu-Gebet, das die hiesigen Katholiken von den Russisch-Orthodoxen Glaubensgemeinschaften übernommen haben. Es lautet „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner“. Variationen davon gibt es viele. Wozu soll ein Mantra gut sein?

Im Hinduismus, aber auch in allen anderen schamanisch orientierten oder mystischen Religionen, gehen wir davon aus, daß es „grobstoffliche“ und „feinstoffliche“ Energien gibt. Grobstoffliche Energien sind Energien mit geringer Bewegung, mit kleiner Amplitude, und sie tendieren deswegen eher dazu, sich als greifbare Körper zu manifestieren. Feinstoffliche Energien schwingen stärker, sie haben mehr Amplitude, und sie werden nicht zu greifbaren Körpern.

Alles das, was in den verschiedenen Religionen und im Schamanentum als „Götter“ oder „Geistwesen“ bezeichnet wird, ist auf der feinstofflichen Ebene zu finden. Deshalb erleben wir Götter und andere Wesen auch nur, wenn wir unsere Wahrnehmung geschärft und verändert haben. Die feinstoffliche Ebene gilt als der Ursprung, zu dem wir alle am Ende unserer Leben wieder zurückkehren. Mantras erleichtern uns, von den grobstofflichen Ebene zur feinstofflichen zu blicken und sie zumindest teilweise zu fühlen. Wenn wir das Mantra intensiv genug ausführen, merken wir, wie sich unser Geist öffnet, eine tiefe Ruhe eintritt und das in uns zu leuchten beginnt, was immer schon da war: die Liebe, oder wie die Mystiker sagen, „der Geist Gottes“.

Wie sagt man denn jetzt Mantras?

Am besten ist es, Sie kaufen sich eine Mala, eine Gebetskette. Ein Rosenkranz oder ein russisch-orthodoxer chotki sind natürlich auch Gebetsketten. Die hinduistische oder buddhistische Version hat 108 Perlen.

Jetzt suchen Sie sich ein Mantra aus, das Ihnen zusagt. Ich gebe Ihnen hier eine kleine Auswahl. Wenn Sie sich näher dafür interessieren, gibt es online viele, viele brauchbare Quellen dazu.

Aus dem Hinduistischen:

OM (OM ist der Klang des Universums)

Sri Ram, Jai Ram, Jai, Jai, Ram – (Geliebter Gott, ich verehre dich)

Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare. Hare Rama, Hare Rama, Rama, Rama, Hare, Hare

Om Namah Shivaya

Aus dem Buddhistischen:

Om mani padme hum – (Ich verbeuge mich vor dem Juwel im Lotus des Herzens)

Aus dem Christlichen:

Herr Jesus Christus, sei meiner gnädig.

Gegrüßet seist du Maria voll der Gnaden, du bist gebenedeit unter der Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Nehmen Sie nun die Gebetskette in eine Hand. Im Hinduistischen nehmen wir traditionell die rechte Hand, aber das ist nicht so wichtig. Am einfachsten ist es, wenn Sie die Kette über den Mittelfinger legen. Jede Gebetskette hat einen „Anfang/Ende“. Das ist bei den christlichen Varianten das Kreuz, und bei den hinduistischen/buddhistischen die große Perle, die „Lehrer/Gott/Guru-Perle“ genannt wird. Fangen Sie mit der ersten Perle über dem Kreuz oder der Gott-Perle an.

Sprechen Sie das Mantra einmal. Gleichzeitig oder danach schieben Sie die Perle mit dem Daumen nach unten, so daß die gesamte Gebetskette in Ihrer Hand um eine Perle weiter nach unten rutscht.

Wiederholen Sie das mit der nächsten Perle und der nächsten, und so weiter.

Wenn Sie an der Gottesperle angekommen sind, sprechen Sie das Mantra NICHT, sondern drehen Sie die Kette in Ihrer Hand um und beginnen dann wieder von vorne. Der Grund für diesen Schritt: Es gehört sich nicht, Gott symbolisch zu „übergehen“.

Wenn Sie das Mantra blutleer und ohne Enthusiasmus, mechanisch wiederholen, wirkt es nicht. Diese uralte spirituelle Technik ist ein Werkzeug, das ohne Sie nicht funktioniert. Ein Mantra ist kein Zauberspruch, sondern eine Methode, die Ihnen hilft, sich (Vorsicht, jetzt wird’s kitschig) „eins mit allem“ zu fühlen. Dazu aber gehört Ihre Entschlossenheit.

Lohnt sich das denn?

Oh ja, oh ja! Sehr sogar. Geben Sie dieser bewährten Technik eine Chance. Probieren Sie sie ernsthaft aus, mindestens einen Monat lang jeden Tag zehn oder fünfzehn Minuten lang. Wichtig ist, daß Sie ein Mantra nehmen, mit dem Sie sich wohl fühlen, das sich gut anfühlt. Und dann setzen Sie sich aufrecht hin, ungestört, und sprechen das Mantra.

Erfahrungsgemäß dauert es zwei bis drei Wochen, bis ganz deutlich spürbare Wirkungen eintreten: innere Ruhe, Zufriedenheit, eine Freude, die aus Ihnen selbst kommt, Friedlichkeit und, natürlich, Liebe.

Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute damit!

Handeln ohne zu handeln

Wenn auf Erden alle das Schöne als schön erkennen,
so ist dadurch schon das Häßliche gesetzt.
Wenn auf Erden alle das Gute als gut erkennen,
so ist dadurch schon das Nichtgute gesetzt.
Denn Sein und Nichtsein erzeugen einander.
Schwer und Leicht vollenden einander.
Lang und Kurz gestalten einander.
Hoch und Tief verkehren einander.
Stimme und Ton sich vermählen einander.
Vorher und Nachher folgen einander.
Also auch der Berufene:
Er verweilt im Wirken ohne Handeln.
Er übt Belehrung ohne Reden.
Alle Wesen treten hervor,
und er verweigert sich ihnen nicht.
Er erzeugt und besitzt nicht.
Erwirkt und behält nicht.
Ist das Werk vollbracht,
so verharrt er nicht dabei.
Und eben weil er nicht verharrt,
bleibt er nicht verlassen.

— Tao Te King, übersetzt von Richard Wilhelm

Unsere Welt erscheint uns so, wie wir sie interpretieren. Was für den einen schön ist, erscheint dem anderen hässlich. Wir sind es gewohnt, in unserem Leben Dinge mit Werten und Urteilen zu belegen. Diese Gewohnheit macht die meisten von uns unruhig und unzufrieden. Oft hindert sie uns sogar daran, Entscheidungen zu fällen, die in unserem besten Sinne wären. Wie können wir es anders machen?

Indem wir anfangen, nicht zu werten, oder genauer: immer häufiger nicht oder weniger zu werten. Der „Weise“, also der Mensch, der sich dem Leben anpaßt, nimmt die Dinge, wie sie kommen. Er handelt lieber, anstatt weiter die Welt in Schön und Hässlich, Gut und Böse, Weiß und Schwarz einzuteilen. Worte zerteilen die Welt, weil sie Urteile fällen. Der Weise hält möglichst nicht an Dingen, Gefühlen, Situationen und Personen fest. Alles im Leben hat seinen natürlichen Rhythmus. So wie jeden Tag die Sonne aufgeht und abends wieder versinkt, so kommt beispielsweise Erfolg und geht auch wieder, nur um später wieder zu kommen und wieder zu gehen. Bei Freundschaften und Partnerschaften ist das ganz genauso: Manche bestehen ein Leben lang, andere halten nicht so lange. Wenn wir versuchen, bestimmte Früchte des Lebens krampfhaft festzuhalten, haben wir eine Weile später nur faules Obst in der Hand. Solange wir uns an die Vorstellung klammern, erfolgreich sein zu müssen, solange werden wir uns sehr anstrengen müssen. Es ist fast so, als würden wir versuchen, jeden Tag mit aller Kraft die Sonne am Untergehen zu hindern. „Erfolg“ erstreckt sich dabei auf alle Arten des Erfolgs: im Privatleben, im Beruf, im Spirituellen. Der altbekannte Spruch „Wenn du jemanden liebst, laß ihn los“ deutet genau darauf hin. Je mehr wir loslassen, je mehr wir den Dingen ihren Lauf lassen, je weniger wir versuchen, sie zu kontrollieren, desto zufriedener sind wir. Die große Erkenntnis ist die, daß zielgerichtetes Handeln sehr oft erfolglos bleibt, und daß Handeln ohne Erfolgsabsicht (das, was im Dao De Jing als „Tun ohne zu tun“ bezeichnet wird) sehr oft zu einem vorteilhaften Ergebnis kommt.

Tun ohne zu tun? Wie machen wir das?

Ein Versuch: Nehmen Sie sich eine Situation vor, privat oder geschäftlich, in der Sie Handlungsspielraum haben, in der Sie also etwas tun können. Setzen Sie sich hin und beobachten Sie die Situation (entweder vor Ihrem geistigen Auge oder direkt vor Ort). Versuchen Sie, möglichst nicht zu urteilen. Beobachten Sie genau. Dann wird etwas ganz Erstaunliches passieren: Sie spüren oder wissen plötzlich, was zu tun ist. Dieses Gefühl oder Wissen kommt aus Ihrer Intuition, und die ist direkt mit dem Strom des Lebens verbunden. Das ist das intuitive Wissen, von dem die Weisen sprechen.