Erschaffe die Wirkung, und die Ursache wird folgen.

Der gute Osho/Bhagwan hat umschrieben mal das gesagt: Religiöse Gesetze stellen Naturgesetze auf den Kopf. Und trotzdem funktionieren sie. Aber halt nach anderen Regeln.

Ein Beispiel, und danach machen wir mit einer konkreten Anwendung weiter:

Naturwissenschaft sagt: Zuerst kommt die Ursache, dann die Wirkung. Also: Zuerst wird der Same in die Erde gesteckt, dann wächst die Pflanze draus. Freunde besuchen dich, und du bist glücklich. Diese Reihenfolge gehört zu den grundlegendsten Gesetzen in der Naturwissenschaft. Ohne Ursache keine Wirkung. Kennen wir alle aus der Schule.

Und wechseln wir die Welten und schauen auf die Religionen. Es ist übrigens egal, welche wir uns da aussuchen. Hier steht die Naturwissenschaft plötzlich auf dem Kopf, denn das Gesetz lautet jetzt:

„Erschaffe die Wirkung, und die Ursache wird folgen.

Also genau andersrum. Religion sagt: Sei glücklich, und die Ursache wird kommen. Sei entspannt, und die Ursache wird kommen. Sei zuversichtlich, und der Grund dafür wird kommen. Fühle dich zuerst so, wie du es dir wünscht, und der Grund folgt später.

Hier kommt eine alte Yoga-Weisheit ins Spiel: Wir haben es in der Hand, wie wir uns fühlen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde: Wir haben es in der Hand. Es ist viel einfacher, uns in einen zufriedenen und glücklichen Zustand zu versetzen und dann irgendwann den Grund dafür zu erfahren (der wird nämlich kommen), als zuerst auf einen Grund zu warten, damit wir zufrieden und glücklich sind.

Warum? Weil wir es in der Hand haben, diesen Zustand zu erschaffen. Die Erschaffung der Ursachen dagegen könnte oft völlig außerhalb unseres Zugriffs liegen. Gefühlszustände liegen in uns, die Ursachen aber nicht. Also verlassen wir uns lieber auf das, was wir kontrollieren können. Eine kleine Übung: Seien Sie glücklich. Ohne Grund. Einfach so. Das braucht etwas Übung, aber das spielt ja keine Rolle. Also: Seien Sie glücklich. Und dann schauen Sie einfach mal, was sonst noch so passiert in Ihrem Leben. Wie schon erwähnt: Seien Sie geduldig, es kann etwas dauern, bis sich die Wirkung voll einstellt.

Wichtig: Dies ist kein leeres pop-esoterisches Versprechen. Es funktioniert. Das kann ich aus vielfacher eigener Erfahrung sagen, und aus den Gesprächen mit vielen, vielen Menschen, denen es genauso geht. Lassen Sie sich auf diese Erfahrung ein, und Sie werden belohnt werden.

Mantras tun gut und Gutes.

Mantras sind eine uralte spirituelle Methode aus dem Hinduismus. Das Wort kommt aus dem Sanskrit und besteht aus zwei Teilen: „man“ (übersetzt: „denken“ oder auch „Geist“) und „tra“ (übersetzt: „Werkzeug“). Die wörtliche Übersetzung von Mantra lautet also „Werkzeug des Geistes“. Manche Sprachenkundler übersetzen es auch mit „Schutzschild des Geistes“. Beides trifft die Wirkung eines Mantras sehr gut.

Mantras gibt es in den vielfältigsten Formen, manche sind sehr kurz (beispielsweise das universelle und weltweit bekannte „OM“), und manche sind ganze Sätze lang. „OM NAMAH SHIVAYA“ ist beispielsweise ein anderes kurzes Mantra, das der lebenslustigen Inkarnation Gottes, die „Shiva“ genannt wird, Ehrerbietung darbringt.

Es gibt auch Mantras aus anderen Kulturkreisen. Eines der bekanntesten ist wahrscheinlich das Herz-Jesu-Gebet, das die hiesigen Katholiken von den Russisch-Orthodoxen Glaubensgemeinschaften übernommen haben. Es lautet „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner“. Variationen davon gibt es viele. Wozu soll ein Mantra gut sein?

Im Hinduismus, aber auch in allen anderen schamanisch orientierten oder mystischen Religionen, gehen wir davon aus, daß es „grobstoffliche“ und „feinstoffliche“ Energien gibt. Grobstoffliche Energien sind Energien mit geringer Bewegung, mit kleiner Amplitude, und sie tendieren deswegen eher dazu, sich als greifbare Körper zu manifestieren. Feinstoffliche Energien schwingen stärker, sie haben mehr Amplitude, und sie werden nicht zu greifbaren Körpern.

Alles das, was in den verschiedenen Religionen und im Schamanentum als „Götter“ oder „Geistwesen“ bezeichnet wird, ist auf der feinstofflichen Ebene zu finden. Deshalb erleben wir Götter und andere Wesen auch nur, wenn wir unsere Wahrnehmung geschärft und verändert haben. Die feinstoffliche Ebene gilt als der Ursprung, zu dem wir alle am Ende unserer Leben wieder zurückkehren. Mantras erleichtern uns, von den grobstofflichen Ebene zur feinstofflichen zu blicken und sie zumindest teilweise zu fühlen. Wenn wir das Mantra intensiv genug ausführen, merken wir, wie sich unser Geist öffnet, eine tiefe Ruhe eintritt und das in uns zu leuchten beginnt, was immer schon da war: die Liebe, oder wie die Mystiker sagen, „der Geist Gottes“.

Wie sagt man denn jetzt Mantras?

Am besten ist es, Sie kaufen sich eine Mala, eine Gebetskette. Ein Rosenkranz oder ein russisch-orthodoxer chotki sind natürlich auch Gebetsketten. Die hinduistische oder buddhistische Version hat 108 Perlen.

Jetzt suchen Sie sich ein Mantra aus, das Ihnen zusagt. Ich gebe Ihnen hier eine kleine Auswahl. Wenn Sie sich näher dafür interessieren, gibt es online viele, viele brauchbare Quellen dazu.

Aus dem Hinduistischen:

OM (OM ist der Klang des Universums)

Sri Ram, Jai Ram, Jai, Jai, Ram – (Geliebter Gott, ich verehre dich)

Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare. Hare Rama, Hare Rama, Rama, Rama, Hare, Hare

Om Namah Shivaya

Aus dem Buddhistischen:

Om mani padme hum – (Ich verbeuge mich vor dem Juwel im Lotus des Herzens)

Aus dem Christlichen:

Herr Jesus Christus, sei meiner gnädig.

Gegrüßet seist du Maria voll der Gnaden, du bist gebenedeit unter der Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Nehmen Sie nun die Gebetskette in eine Hand. Im Hinduistischen nehmen wir traditionell die rechte Hand, aber das ist nicht so wichtig. Am einfachsten ist es, wenn Sie die Kette über den Mittelfinger legen. Jede Gebetskette hat einen „Anfang/Ende“. Das ist bei den christlichen Varianten das Kreuz, und bei den hinduistischen/buddhistischen die große Perle, die „Lehrer/Gott/Guru-Perle“ genannt wird. Fangen Sie mit der ersten Perle über dem Kreuz oder der Gott-Perle an.

Sprechen Sie das Mantra einmal. Gleichzeitig oder danach schieben Sie die Perle mit dem Daumen nach unten, so daß die gesamte Gebetskette in Ihrer Hand um eine Perle weiter nach unten rutscht.

Wiederholen Sie das mit der nächsten Perle und der nächsten, und so weiter.

Wenn Sie an der Gottesperle angekommen sind, sprechen Sie das Mantra NICHT, sondern drehen Sie die Kette in Ihrer Hand um und beginnen dann wieder von vorne. Der Grund für diesen Schritt: Es gehört sich nicht, Gott symbolisch zu „übergehen“.

Wenn Sie das Mantra blutleer und ohne Enthusiasmus, mechanisch wiederholen, wirkt es nicht. Diese uralte spirituelle Technik ist ein Werkzeug, das ohne Sie nicht funktioniert. Ein Mantra ist kein Zauberspruch, sondern eine Methode, die Ihnen hilft, sich (Vorsicht, jetzt wird’s kitschig) „eins mit allem“ zu fühlen. Dazu aber gehört Ihre Entschlossenheit.

Lohnt sich das denn?

Oh ja, oh ja! Sehr sogar. Geben Sie dieser bewährten Technik eine Chance. Probieren Sie sie ernsthaft aus, mindestens einen Monat lang jeden Tag zehn oder fünfzehn Minuten lang. Wichtig ist, daß Sie ein Mantra nehmen, mit dem Sie sich wohl fühlen, das sich gut anfühlt. Und dann setzen Sie sich aufrecht hin, ungestört, und sprechen das Mantra.

Erfahrungsgemäß dauert es zwei bis drei Wochen, bis ganz deutlich spürbare Wirkungen eintreten: innere Ruhe, Zufriedenheit, eine Freude, die aus Ihnen selbst kommt, Friedlichkeit und, natürlich, Liebe.

Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute damit!