Medizin für das schwächliche Kind

 

 

 

 

 

 

Karma:
Zügel für das kindliche Ego, das “Böses” tun möchte.

Reinkarnation:
Sicherheitsnetz für das kindliche Ego, das das Ende der falschen Identität befürchtet.

Personifizierte Götter:
Ob nun Gott, Unendliche Energie oder irgendein anderer Name, der dem Unbeschreiblichen gegeben wird und den man anschließend um Hilfe bittet, dient als Elternersatz oder Wächter über das schwächliche Ego.

Guru:
die Person, die einen von der Dunkelheit ins Licht führen soll, also auch Priester, Rabbis oder andere spirituelle Führer, ist nichts anderes als das Ego, das zugibt, klein zu sein, aber später mal groß werden will.

Mantra:
Alles von “Om” über “Om mani padme hum”, “Herr Jesus Christus, sei mir gnädig” oder positives Denken ist der Versuch des Egos, sich an etwas Falsch-Positivem festzuklammern.

Satsang:
Das Beisammensein mit weisen Menschen ist nur das schwache Ego, das nach jemandem Ausschau hält, den es für besser hält, und der ihm sachte den Kopf tätscheln soll, mit den Worten: “Alles gut, du bist in Ordnung”.

Meditation:
Das Ego, das in einen Zustand eintritt, den es ständig aufrecht erhalten mag, egal bei welchen Tätigkeiten. Das Ego weigert sich, Veränderung und den Fluß der Dinge anzunehmen, weil es so zerbrechlich ist. Und sucht deswegen nach einem Ort, an dem keine Bewegung stattfindet.

Religion:
Das kindliche Ego, das sich wünscht, sich mit dem wiederzuvereinen, von dem es nie getrennt war.

Yoga:
Das kindliche Ego, das sich wünscht, das unter ein Joch zu zwingen oder sich mit dem zu vereinen, von dem es nie getrennt war.

 (Danke an meinen Kollegen Son Beam)

Spiritualität: Was wirklich was taugt

Wißt ihr, ich bin seit etwas mehr als 30 Jahren in der spirituellen „Szene“ involviert; sowohl als Schüler als auch als Lehrer. Ich war in vielen verschiedenen Schulen aktiv, Nordisches/Germanisches Heidentum, philosophischer Daoismus, Zen, Westlicher Zen und Magick (das echte Ding mit einem ‚ck‘), Hinduismus, Volkschristentum, Dudeismus, Buddhismus (Dharma Punx FTW!) und Stoizismus.

Wenn die Sonne scheint, funktioniert jedes System perfekt. Keine Probleme, kein Nageltest, sozusagen. Alles sieht gut aus, wenn es nicht regnet.

Aber in den dunkelsten, dunkelsten Zeiten meines Lebens, in Leben-oder-Tod-Situationen, was mir da geholfen hat, waren genau zwei Dinge: Magie und Dudeismus / Daoismus.

Magie – weil sie mir hilft, Wahrscheinlichkeiten zu verschieben, die Chancen zu vergrößern, die Waage zu meinen Gunsten anzustoßen. Und Magie, weil sie mir hilft, ganz nahe an Götter und andere körperlose Wesen zu kommen. Was sehr hilfreich ist, um es gelinde auszudrücken.

Dudeismus – weil er mir Bodenhaftung gibt, mich sagen läßt: „Weißt du was, Schicksal / Gott / Götter? Fickt euch, euch alle. Ich bleibe hier, und ich werde tun, was mir hilft, daß es wieder besser wird. „Ich kann mir über diesen Scheiß keine Sorgen machen. Das Leben geht weiter, Mann.“

Warum schreibe ich das?

Weil unsere Zwillingsmädchen (2 Jahre) heute seit 7 Stunden schreien, weinen, beißen und kratzen. Seit. Sieben. Verfickten. Stunden. Das passiert sehr oft. Und nichts, keine Strategie, kein psychologischer Trick, kein verdammtes Nichts, hilft. Außer Magie, um mich zu erden und zu sehen, dass es sinnlos und herzlos ist, zu überreagieren, und Dudeismus, weil ich akzeptieren muss, daß das Trotzalter tatsächlich eine schreckliche Phase im Leben unserer Kinder ist.

Danke fürs Zuhören.